Pressemitteilung

Freiburg im Breisgau, 5. November 2026

Freiburger Klimaexperte ist Autor neuer UN-Methodologie für weltweite Wiederaufforstung

Die UN-Methode A6.4-PMM012 für Aufforstung und Wiederaufforstung (ARR) unter Artikel 6.4 des Pariser Abkommens ist ab heute bis zum 26. November 2026 zur öffentlichen Konsultation freigegeben. Autor ist der Freiburger Forst- und Umweltwissenschaftler Moriz Vohrer.

Freiburg im Breisgau / Bonn - Das UN-Klimasekretariat (UNFCCC) hat am 5. November 2026 die Methodologie A6.4-PMM012 zur öffentlichen Konsultation freigegeben; Stellungnahmen sind bis zum 26. November 2026 möglich. Sie legt fest, wie Projekte zur Aufforstung, Wiederaufforstung und Renaturierung (Afforestation, Reforestation and Revegetation - ARR) im neuen Kohlenstoffmarkt-Mechanismus des Pariser Abkommens (Artikel 6.4) CO₂-Entnahmen messen, nachweisen und anrechnen können. Autor der Methode ist der Freiburger Forst- und Umweltwissenschaftler Dbl. Dipl. Moriz Vohrer, der sie in fast zwei Jahren gemeinsam mit dem Team von Global Woods erarbeitet hat.

Nach dem Regelwerk des Kyoto-Protokolls und seinem Clean Development Mechanism (CDM) ab 2005 entsteht damit ein neuer Rahmen unter dem Pariser Abkommen für die Anrechnung von CO₂-Entnahmen durch Wälder. Die Veröffentlichung fällt in die Wochen der Weltklimakonferenz COP31, auf der die Umsetzung von Artikel 6 erneut im Mittelpunkt steht. Der Bedarf ist groß: Allein im Rahmen der Bonn Challenge haben sich Staaten verpflichtet, bis 2030 rund 350 Millionen Hektar Wald- und Landschaftsfläche wiederherzustellen - die Finanzierung ist eine der größten Lücken. Bei Annahme der Methode könnten Staaten, Unternehmen und Projektentwickler Wiederaufforstung über international anerkannte Zertifikate finanzieren. Entscheidend sind überprüfbare CO₂-Entnahmen sowie klare Regeln für Dauerhaftigkeit und Risiken.

„Wenn wir Wälder wieder aufbauen wollen, brauchen wir Geld, das langfristig fließt - und Vertrauen, dass jede angerechnete Tonne echt ist“, sagt Vohrer. Ein glaubwürdiger Kohlenstoffmarkt könne private Mittel für Wiederaufforstung mobilisieren. Gerade in ländlichen Regionen des Globalen Südens könne dies neben Klimaschutz auch Einkommen und Biodiversität stärken.

Vohrer arbeitet seit über 25 Jahren an naturbasierten Klimalösungen und hat den CarbonFix Standard sowie die Waldabteilung des WWF Gold Standard mitgeprägt. Er lehrt an der Universität Freiburg und ist seit 2025 Partner bei Global Woods, das ARR-Projekte weltweit umsetzt. Neben seiner internationalen Arbeit bewirtschaftet er einen Schwarzwaldhof am Schauinsland bei Freiburg.

In den kommenden Wochen bis zum 26. November 2026 können Fachleute, Projektentwickler und Zivilgesellschaft Rückmeldungen zur Methode einreichen, bevor das Aufsichtsgremium des Artikel-6.4-Mechanismus über die endgültige Annahme entscheidet.

“Zum ersten Mal gibt es unter dem Pariser Abkommen verbindliche UN-Regeln dafür, ob und wie ein neu gepflanzter Wald als Klimaschutz zählt. Damit können Staaten wie Unternehmen ihre Netto-Null-Versprechen mit Aufforstung überprüfbar einlösen.”

Moriz Vohrer, Autor der Methode A6.4-PMM012
Methode
A6.4-PMM012 - Aufforstung, Wiederaufforstung & Renaturierung (ARR)
Rahmen
Artikel 6.4 Pariser Abkommen (Paris Agreement Crediting Mechanism)
Status
Öffentliche Konsultation 5. bis 26. November 2026 · UNFCCC
Autor
Dbl. Dipl. Moriz Vohrer, Freiburg im Breisgau
Erarbeitet mit
Global Woods · fast zwei Jahre Entwicklung
Methode auf der UNFCCC-Seite

Über Moriz Vohrer

Dbl. Dipl. Moriz Vohrer ist Forst- und Umweltwissenschaftler mit Abschlüssen der Universität Freiburg und AgroParisTech/ENGREF. Sein Schwerpunkt liegt auf naturbasierten Klimalösungen und Kohlenstoffmärkten.

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